Schwäbische Seelen

Deutschland ist bekannt für sein gutes Brot, knusprige Brötchen und Brezeln. Sehr beliebt im südlichen Teil Deutschlands, sind besonders Brezeln, das genetzte Brot und schwäbische Seelen. Die länglichen Brotstangen sind außen knusprig, innen weich und feucht.

Die aromatischen Seelen werden aus Dinkelmehl gebacken und mit Salz und Kümmel bestreut. Der Teig muss lange ruhen und wird während der Teigruhe, zweimal mit nassen Händen durchgeknetet. Durch das Kneten mit nassen Händen, wird der Teig besonders feucht und schwer und die Seelen sehr saftig.

In Süddeutschland werden schwäbische Seelen gerne zum Frühstück, oder zu einem zünftigen Vesper gegessen. Auch überbacken, sind die langen Stangen ein großer Genuss. In meiner Kindheit, gab es Seelen oft als schnelles Abendessen. Dann haben wir „alte Seelen“ abends mit Schinken und Käse überbacken, so wurden die Seelen wieder richtig knusprig und sehr lecker.

Wie werden schwäbische Seelen gemacht?

Das Rezept für schwäbische Seelen ist sehr simpel. Du benötigst für den Teig nur wenige Zutaten, nämlich Dinkelmehl, Salz, Hefe und Wasser. Ich vermische Mehl mit Salz und Trockenhefe und gieße anschließend warmes Wasser dazu. Dann verknete ich alle Zutaten von Hand zu einem glatten Teig. Danach muss der Teig für eine Stunde zugedeckt an einem warmen Ort ruhen. Während der Ruhezeit knete ich den Teig zweimal im Abstand von ungefähr 20 Minuten mit sehr nassen Händen durch. Dazu stelle ich eine Schüssel mit lauwarmen Wasser bereit.

Nach der Ruhezeit ziehe ich den Teig zu einer langen Rolle und schneide neun etwa gleich große Stücke ab. Die Teigstücke ziehe ich jeweils an den Schnittflächen in die Länge und lege die schwäbischen Seelen daraufhin aufs Backblech. Die Menge reicht dabei für drei Backbleche.

Vor dem Backen bepinsle ich die Seelen noch mit Salzwasser und bestreue sie mit grobem Salz und Kümmel. Letzteren braucht es übrigens unbedingt. Erst der Kümmel verleiht den schwäbischen Seelen ihren besonders herzhaften Charakter.

Dinkel zählt zu den ältesten Getreidesorten

Das Getreide wird heute überwiegend in Süddeutschland, der Schweiz, in Finnland, Belgien und in Teilen Spaniens angebaut. Dinkel ist eng verwandt mit Weizen, hat aber keinen so hohen Ertrag wie dieser und lässt sich nach der Ernte schlechter verarbeiten. Die Getreidekörner sind fest mit dem Spelz verwachsen, dadurch sind die Körner zwar besonders gut geschützt, der Dinkel muss aber davon in einem separaten Arbeitsschritt gelöst werden. 

Im 20. Jahrhundert spielte der Anbau von Dinkel nur eine Nebenrolle.

Der geringere Ertrag und die aufwändigere Verarbeitung sorgten dafür, dass der Anbau von Dinkel im 20. Jahrhundert zurückging. Dank dem Bio Boom im neuen Jahrhundert und den Lehren von Hildegard von Bingen, lohnte sich der Dinkelanbau für Bauern wieder. Heute ist das Getreide aus keinem Supermarkt mehr wegzudenken. 

Ich backe sehr viel mit Dinkel und einige Teigwaren, wie schwäbische Seelen, Spätzle und schwäbische Knauzensemmel, gelingen mit Dinkelmehl besonders gut. 

Schwäbische Seelen Rezept

Schwäbische Seelen

4.50 von 2 Bewertungen
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 18 Minuten
Ruhezeit 1 Stunde
Gericht Brötchen, Schwäbische Seelen, Stangen
Küche Schwäbisch, Süddeutschland
Portionen 9 Stück

Zutaten
  

  • 1 kg Dinkelmehl Typ 630
  • 2 TL Salz
  • 2 Pack Trockenhefe
  • 600 ml warmes Wasser
  • Etwas leicht gesalzenes Wasser
  • Kümmel ganz
  • Grobkörniges Salz (Brezelsalz)

Anleitungen
 

  • Mehl mit Salz und Hefe mischen.
  • Wasser hinzufügen und mindestens 5 Minuten kneten.
  • Den Teig zugedeckt für eine Stunde ruhen lassen. Während der Ruhezeit den Teig zweimal im Abstand von 20 Minuten mit sehr nassen Händen kneten. Die Hände dazu in eine Schüssel warmes Wasser tauchen. Es soll dabei reichlich Wasser unter den Teig geknetet werden.
  • Backofen auf 240° C Umluft vorheizen.
  • Backbleche mit Backpapier auslegen.
  • Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen und mit den Händen zu einer langen Rolle ziehen. Dann etwa neun gleichgroße Stücke abschneiden.
  • Die Teigstücke jeweils an der Schnittfläche in die Länge ziehen und die Seelen auf das Backblech legen.
  • Die Seelen mit Salzwasser besprühen oder bepinseln und mit etwas Salz und Kümmel bestreuen.
  • Backblech in den Ofen schieben und eine Tasse Wasser auf den Ofenboden schütten – Achtung heißer Dampf!
  • Die Seelen für acht Minuten bei 240° C backen.
  • Anschließend den Ofen auf 180° C herunterdrehen und für weitere 10 Minuten fertig backen.
  • Seelen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
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Probiere doch auch mal Linsen Spätzle Eintopf, oder Kirschmichel

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Herzliche Grüße

Christine

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  1. Vielen Dank für die tollen Rezepte, die Seelen hab ich bereits 2x gemacht, sie gelingen so gut

    1. Sparflaemmchen Author says:

      Hallo liebe Flora,
      vielen herzlichen Dank für Dein tolles Feedback! Das freut mich wirklich sehr. Wünsche Dir weiter viel Spaß mit dem Rezept und natürlich auch mit den anderen Beiträgen.

      Ganz liebe Grüße

      Christine

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